Auswander-Checkliste Mallorca: Alles was du als Familie wissen musst
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Du willst als Familie nach Mallorca auswandern? Diese Checkliste gibt dir eine ehrliche, vollständige Übersicht aller Schritte, die auf dich zukommen – von der NIE-Nummer bis zum Schulstart. Praxisnah zusammengestellt, damit du nichts vergisst.
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📋 Vor der Abreise: Grundlagen klären
Bevor du auch nur einen Karton packst, gibt es ein paar bürokratische Grundlagen, die du erledigen musst – am besten noch von Deutschland aus. Diese Schritte klingen trocken, sind aber der Schlüssel zu allem, was danach kommt. Wer hier vorarbeitet, spart sich auf Mallorca viel Zeit und Frust.
Die NIE – noch vor dem Umzug beantragen
Die NIE (Número de Identificación de Extranjero) ist deine spanische Steuernummer und gleichzeitig die wichtigste Zahl deines neuen Lebens. Ohne sie kannst du kein Konto eröffnen, keine Wohnung anmieten, kein Auto kaufen. Die gute Nachricht: Du kannst die NIE über das spanische Konsulat in Deutschland beantragen, noch bevor du umziehst. Der Termin selbst dauert nur wenige Minuten – aber die Wartezeit auf einen freien Termin kann 4–8 Wochen betragen. Also: früh buchen!
Für eine Familie mit zwei Elternteilen und zwei Kindern bedeutet das: vier einzelne NIE-Anträge, vier Termine. Plant dafür mindestens 2–3 Monate Vorlauf ein.
Zeitplan: Wann du was einleiten solltest
Aus Erfahrung vieler Auswanderer-Familien hat sich dieser grobe Zeitplan bewährt:
- 6+ Monate vor dem Umzug: NIE beantragen, Schulplätze sondieren, Wohnungssuche beginnen
- 3–4 Monate vorher: Spedition beauftragen, Fähre oder Flug buchen, Krankenversicherung klären
- 1–2 Monate vorher: Abmeldung Deutschland vorbereiten, Nachsendeauftrag einrichten, Dokumente übersetzen lassen
- In der ersten Woche auf Mallorca: Empadronamiento (Einwohnermeldeamt), Bankkonto eröffnen, Schulanmeldung abschließen
🏠 Wohnen & Logistik
Der Mietmarkt auf Mallorca ist ein eigenes Kapitel – und für viele Familien die größte Herausforderung des gesamten Umzugs. Palma und die umliegenden Gemeinden sind heiß begehrt, Angebote verschwinden oft innerhalb von Stunden. Realistisch einplanen: Eine 4-Zimmer-Wohnung in Palma kostet 2025 im Schnitt zwischen 1.800 und 2.800 Euro pro Monat. Einfamilienhäuser zur Miete beginnen bei etwa 2.500 Euro – nach oben gibt es kaum Grenzen.
Was dich auf dem Mietmarkt wirklich erwartet
Viele Familien unterschätzen, wie anders das Mietverhältnis in Spanien funktioniert. Üblich sind 2 Monatsmieten Kaution plus die erste Miete im Voraus – also locker 7.000–9.000 Euro Liquidität, bevor du den Schlüssel in der Hand hältst. Dazu kommt: Viele Vermieter bevorzugen Langzeitmieter mit spanischen Einkommensnachweisen oder Festanstellung. Als Selbstständiger oder Freiberufler brauchst du oft ein höheres Jahreseinkommen als Nachweis, manchmal auch eine spanische Bürgschaft.
Tipp aus der Praxis: Wer die Möglichkeit hat, sollte 2–3 Wochen vor dem Umzug zur Wohnungssuche auf die Insel fliegen. Viele gute Wohnungen werden nie online inseriert – sie gehen über lokale Maklerbüros oder persönliche Empfehlungen.
👨👩👧👦 Familie & Kinder
Für die meisten Familien ist die Frage "Welche Schule?" die emotionalste Entscheidung des gesamten Auswanderns – und gleichzeitig eine, die weitreichende Konsequenzen hat. Sie beeinflusst, in welchem Viertel ihr wohnt, wie schnell die Kinder Anschluss finden und welche Sprache sie dominant sprechen werden.
Schulwahl: Früh entscheiden zahlt sich aus
Auf Mallorca hast du im Wesentlichen drei Optionen:
- Staatliche spanische Schule: Kostenlos, vollständig auf Spanisch (und teils Katalanisch/Mallorquinisch). Kinder tauchen schnell in die Sprache ein, der Start kann aber intensiv sein. Gut geeignet für Kinder unter 10 Jahren.
- Internationale Schulen (IB): Englischsprachig, sehr gut vernetzt, aber kostspielig – Schulgebühren zwischen 8.000 und 18.000 Euro pro Jahr und Kind sind keine Seltenheit. Wartelisten existieren, manchmal über Jahre.
- Deutsche Schule Palma: Eine kleine, aber lebendige Schule mit deutschem Lehrplan und Abitur-Abschluss. Ideal für Familien, die die Rückoption nach Deutschland offenhalten wollen. Warteliste empfiehlt sich frühzeitig.
Gesundheitsversorgung im neuen Alltag
Als EU-Bürger hast du grundsätzlich Zugang zum spanischen öffentlichen Gesundheitssystem (Sistema Nacional de Salud), sobald du als Resident angemeldet bist. Die Versorgung ist gut – aber die Wartezeiten für Facharzttermine können lang sein, oft 4–8 Wochen. Viele Expat-Familien wählen deshalb zusätzlich eine private Krankenversicherung (Seguro Médico) für ca. 80–150 Euro pro Person und Monat. Damit kommst du in der Regel innerhalb weniger Tage zu einem Spezialisten.
💰 Finanzen & Steuern
Steuern und Finanzen sind das Thema, bei dem die meisten Auswanderer professionelle Hilfe brauchen – und diese Hilfe ist ihr Geld wert. Spanien und Deutschland haben zwar ein Doppelbesteuerungsabkommen, aber die Details sind komplex. Wer hier spart und auf eigene Faust navigiert, riskiert teure Fehler.
Abmeldung in Deutschland – ein oft unterschätzter Schritt
Die Abmeldung beim deutschen Einwohnermeldeamt klingt simpel, hat aber Folgen: Mit ihr endet in der Regel deine Steuerpflicht in Deutschland (Ausnahme: du hast noch Einkünfte aus Deutschland). Gleichzeitig läuft die gesetzliche Krankenversicherung aus, Kindergeldansprüche enden, und du musst die Deutsche Rentenversicherung über deinen Wegzug informieren.
Wichtig: Die Abmeldung sollte zeitlich nah am tatsächlichen Umzug liegen – nicht Monate vorher. Wer sich zu früh abmeldet und noch keinen offiziellen Wohnsitz in Spanien hat, sitzt steuerrechtlich im Nirgendwo.
✈️ Kurz vor dem Umzug
In den letzten Wochen vor dem Abreisetag verdichtet sich alles. Die To-do-Liste wird nicht kürzer, sondern länger – und gleichzeitig wächst die Aufregung. Ein Tipp, der vielen Familien geholfen hat: Mach in der letzten Woche nichts mehr Neues. Schließe nur noch ab, was offen ist. Und gönn euch auch Zeit fürs Abschiednehmen – das ist genauso wichtig wie jede Bürokratie.
Dokumente: Mehr als nur Kopien
In Spanien sind beglaubigte Übersetzungen (traducciones juradas) oft Pflicht – zum Beispiel für Geburtsurkunden bei der Schulanmeldung oder beim Standesamt. Diese Übersetzungen müssen von einem staatlich zugelassenen Übersetzer stammen und sind mit einem Stempel versehen. Plane dafür 2–4 Wochen Zeit und 30–80 Euro pro Dokument ein.
Bewährt hat sich außerdem ein digitaler Dokumentensafe: Scanne alle wichtigen Unterlagen in hoher Auflösung und speichere sie verschlüsselt in der Cloud – so hast du sie jederzeit griffbereit, egal ob beim Behördengang oder beim Arzttermin.
6 Monate vorher: Planung in Deutschland
Kündige deine Krankenversicherung frühzeitig — die Kündigungsfrist bei der GKV beträgt 2 Monate zum Monatsende. Beantrage eine Anwartschaft, wenn du dir die Rückkehroption offenhalten willst (Kosten: 50–80 €/Monat). Kläre mit deiner Rentenversicherung, wie sich der Umzug auf deine Rentenansprüche auswirkt — die Deutsche Rentenversicherung hat ein spezielles Auslandsreferat (0800 1000 4800).
Besorge beglaubigte Kopien aller wichtigen Dokumente: Geburtsurkunden (mit Apostille), Heiratsurkunde, Abschlusszeugnisse und Arbeitszeugnisse. Lass alles von einem vereidigten Übersetzer ins Spanische übersetzen — in Deutschland kostet das 30–60 € pro Seite, auf Mallorca 40–80 €. Kündige Mietvertrag, Strom, Internet, Versicherungen mit den jeweiligen Fristen.
3 Monate vorher: Logistik und Umzug
Umzugsunternehmen für Mallorca-Transporte: MallorcaMovers, SiR Mallorca Umzüge und die Deutsche Umzugsgesellschaft. Ein Komplettumzug (3-Zimmer-Wohnung) von Deutschland nach Mallorca kostet 3.500–7.000 € per LKW und Fähre. Nur persönliche Gegenstände per Beiladung: 1.000–2.500 €. Die Fähre ab Barcelona (Trasmediterránea) erlaubt auch den Selbsttransport per Sprinter — Überfahrt ab 250 € für Fahrer plus Fahrzeug.
Wohnung auf Mallorca: Beginne die Suche 2–3 Monate vorher. Portale: Idealista.com, Fotocasa.es und Habitaclia.com. Für den Anfang mieten statt kaufen — so lernst du die Insel kennen und findest heraus, welche Region dir wirklich liegt. Kurzfristig bieten Airbnb-Wohnungen (ab 800 €/Monat langfristig) eine Übergangslösung.
Die ersten 4 Wochen auf Mallorca: Was sofort erledigt werden muss
Woche 1: Empadronamiento beim Ayuntamiento (Rathaus). Dafür brauchst du deinen Mietvertrag und Reisepass. Ohne Empadronamiento geht fast nichts — kein Bankkonto, keine NIE, keine Residencia. Woche 2: NIE-Nummer beantragen bei der Policía Nacional. Woche 3: Bankkonto eröffnen (mit NIE und Empadronamiento). Woche 4: Residencia beantragen bei der Oficina de Extranjería.
Parallel dazu: Spanische SIM-Karte kaufen (ab 10 € bei Digi, Orange oder Vodafone). Strom und Wasser auf deinen Namen umschreiben lassen (dein Vermieter muss den Anbieterwechsel einleiten). Internet bestellen (5–15 Werktage Installationszeit). Centro de Salud aufsuchen und Hausarzt wählen. Autoversicherung und Kfz-Steuer klären, wenn du ein Fahrzeug mitbringst.
Budget-Checkliste: Rücklagen für die Anfangsphase
Rechne mit diesen Einmalkosten: Mietkaution 2 Monatsmieten (2.000–3.000 €), Maklergebühr 1 Monatsmiete plus IVA (1.200–1.800 €), Umzug (1.000–7.000 €), Gestoría-Paket (500–1.200 €), Übersetzungen (200–400 €), Einrichtung und Hausrat (1.000–3.000 €). Gesamte Anfangsinvestition: 6.000–16.000 € je nach Situation. Dazu mindestens 3 Monate Lebenshaltungskosten als Puffer — also 4.000–7.000 € pro Person. Fazit: Plane mindestens 15.000–20.000 € Startkapital für eine Familie ein.
Versicherungen: Was du brauchst, was du kündigen kannst
Deine deutsche Haftpflichtversicherung gilt EU-weit — behalte sie bei oder wechsle auf eine internationale Police (ab 60 €/Jahr). Die Hausratversicherung kannst du kündigen, wenn du deine deutsche Wohnung aufgibst — in Spanien schließt die Gebäudeversicherung (seguro de hogar) den Hausrat oft mit ein (ab 150 €/Jahr). Eine Berufsunfähigkeitsversicherung aus Deutschland läuft weiter, solange du die Beiträge zahlst — prüfe aber, ob der Versicherungsschutz im Ausland eingeschränkt ist.
Für die Krankenversicherung hast du drei Optionen: Freiwillig in der deutschen GKV bleiben (nur möglich bei Anwartschaft), Convenio Especial mit der spanischen Seguridad Social (60 €/Monat, ab 1 Jahr Residencia) oder eine private spanische Versicherung (ab 60 €/Monat bei Sanitas oder Asisa). Die dritte Option ist für die meisten Auswanderer die praktischste Lösung in den ersten Monaten.
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