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Steuern und Finanzen als Auswanderer in Spanien: Der komplette Guide

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Steuern und Finanzen als Auswanderer in Spanien: Der komplette Guide

Steuern – das Thema, bei dem die meisten Auswanderer die Augen verdrehen. Verständlich. Aber leider auch das Thema, bei dem die meisten Fehler passieren. Dieser Guide gibt dir einen Überblick über alles, was du als deutscher Auswanderer in Spanien steuerlich wissen musst. Der wichtigste Tipp vorweg: Hol dir vom ersten Tag an einen Steuerberater. Das ist die beste Investition, die du machen kannst.

Wann wirst du in Spanien steuerpflichtig?

Du bist in Spanien steuerpflichtig, wenn:

  • Du mehr als 183 Tage pro Jahr in Spanien lebst (Steuerjahr = Kalenderjahr)
  • Oder dein Lebensmittelpunkt in Spanien liegt (Familie lebt hier)
  • Oder dein wirtschaftliches Zentrum in Spanien ist (Haupteinkommen hier)

Sobald eines dieser Kriterien zutrifft, bist du in Spanien unbeschränkt steuerpflichtig – das heißt, dein weltweites Einkommen wird in Spanien versteuert.

Die wichtigsten Steuern für Auswanderer

IRPF (Impuesto sobre la Renta de las Personas Físicas)

Die spanische Einkommensteuer. Progressive Steuersätze:

  • Bis 12.450 €: 19%
  • 12.450 - 20.200 €: 24%
  • 20.200 - 35.200 €: 30%
  • 35.200 - 60.000 €: 37%
  • 60.000 - 300.000 €: 45%
  • Über 300.000 €: 47%

Plus: Die Balearen erheben einen regionalen Zuschlag. Effektiv liegen die Steuersätze etwas höher als die staatlichen Sätze.

Autónomo: Selbstständigkeit in Spanien

Als Freelancer oder Selbstständiger meldest du dich als Autónomo an. Das bedeutet:

  • Monatlicher Mindestbeitrag zur Sozialversicherung: ca. 230 € (Tarifa Plana für die ersten 12 Monate: ca. 80 €)
  • Umsatzsteuer (IVA): 21% auf Rechnungen innerhalb Spaniens
  • Quartalsweise Steuererklärungen (Modelo 130, 303)

Das Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Spanien

Gute Nachricht: Deutschland und Spanien haben ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA). Das verhindert, dass du auf dasselbe Einkommen in beiden Ländern Steuern zahlst. Wichtig:

  • Deutsche Mieteinnahmen werden in Deutschland versteuert, aber in Spanien bei der Steuererklärung angegeben (Freistellungsmethode)
  • Deutsche Rente wird grundsätzlich in Deutschland versteuert (Kassenstaatsprinzip für Beamtenpensionen), private Renten in Spanien
  • Kapitalerträge aus Deutschland werden in Spanien versteuert (mit Anrechnung deutscher Quellensteuer)

Modelo 720: Vermögensanzeige im Ausland

Einer der größten Stolpersteine für Auswanderer: das Modelo 720. Wenn du als spanischer Steuerresident Vermögen im Ausland hast (Bankkonten, Immobilien, Wertpapiere) mit einem Wert über 50.000 € pro Kategorie, musst du das jährlich melden.

Wichtig: Der EuGH hat 2022 die drakonischen Strafen für verspätete Meldung gekippt, aber die Meldepflicht selbst besteht weiterhin. Verpasse sie nicht!

Brauchst du einen Steuerberater?

Ja. Unbedingt. Keine Diskussion.

Das spanische Steuersystem ist komplex, und als Auswanderer mit Verbindungen zu Deutschland erst recht. Ein guter Asesor Fiscal auf Mallorca kostet ca. 100-200 €/Monat (oder 300-600 € pro Steuererklärung) und erspart dir Fehler, die schnell Tausende kosten können.

Such dir idealerweise einen deutschsprachigen Steuerberater in Palma. Davon gibt es mehrere, und sie kennen die typischen Situationen deutscher Auswanderer: Autónomo-Anmeldung, quartalsweise Erklärungen, Modelo 720 und die jährliche Renta. Bestes Geld, das du ausgeben wirst.

Abmeldung in Deutschland

Wenn du nach Spanien ziehst, melde dich in Deutschland ab (Einwohnermeldeamt). Das hat steuerliche Konsequenzen:

  • Kindergeld entfällt (in Spanien gibt es deutlich weniger staatliche Familienleistungen)
  • Riester-Zulagen müssen ggf. zurückgezahlt werden
  • Deutsche Steuerpflicht endet (außer für deutsche Einkünfte)

Unser persönliches Resümee

Das Steuer-Thema klingt einschüchternd, ist aber machbar, wenn du dir frühzeitig einen guten Berater suchst. Die Steuerlast in Spanien ist ähnlich wie in Deutschland – manchmal etwas höher, manchmal niedriger, je nach Situation. Was wirklich anders ist: Alles läuft über quartalsweise Erklärungen statt einer großen Jahreserklärung. Daran gewöhnt man sich.

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